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„Ich war in meinem Leben zweimal ruiniert - zum ersten Mal, als ich einen Prozess verlor, zum zweiten Mal, als ich einen gewann.“
Ähnliches wie der französische Philosoph Voltaire erleben viele, die ihren Streitfall vor Gericht bringen. Die Streitparteien werden durch
ein Urteil selten versöhnt, der Konflikt schwelt weiter. Für ein Unternehmen u.U. eine schwere Belastung mit gravierenden Folgen für das
Betriebsergebnis. Hinzukommen Kosten, die z.B. dadurch entstehen, dass über Monate hinweg immer neue Unterlagen für die Gerichtsverhandlung
zusammengetragen werden müssen, die damit beschäftigten Mitarbeiter also für ihre eigentlichen Aufgaben nicht zur Verfügung stehen. Diese
Kosten schlagen in Streitfällen zwischen Unternehmen ebenso zu Buche und sind sogar von der obsiegenden Partei selbst zu tragen.
Dr. Reiner Ponschab rät deshalb - obwohl selbst als Wirtschaftsanwalt tätig – auch in Wirtschaftsstreitigkeiten zuerst zu prüfen, ob
eine Mediation in Frage kommt. Dieser Weg, den man noch immer vorwiegend mit Familienstreitigkeiten in Verbindung bringe, könne auch bei
inter- und innerbetrieblichen Konflikten schneller, günstiger und mit eher friedensstiftender Wirkung zum Ziel führen als ein Verfahren
vor Gericht. Warum im Einzelnen und unter welchen Voraussetzungen eine (Wirtschafts-)Mediation zu empfehlen ist, erläutert Ponschab im
Video-Interview:
Dr. Ponschab: Wer Publizität will, braucht ein Gerichtsverfahren, Mediation ist verschwiegen. (Länge: 1 Min 19 Sek) |
Herr Dr. Ponschab, lassen Sie uns vorab klären, für wen eine Mediation nicht in Frage kommt!
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Dr. Ponschab: Die Mediation sucht nach einvernehmlichen Lösungen und kann daher eher befrieden als ein Gerichtsurteil... (Länge: 38 Sek.) |
Wenn Sie Gerichtsverfahren und Mediation kurz nebeneinander stellen...
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Dr. Ponschab: Mediation fragt nach Interessen, nicht nach dem Recht... (Länge: 44 Sek.) |
Wo sehen Sie den prinzipiellen Unterschied zwischen Mediation und Gerichtsverfahren?
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Dr. Ponschab: Herausfinden, was die Parteien tatsächlich wollen.." (Länge:1 Min. 51 Sek.) |
"Mediation fragt nach Interessen" - wie hat man sich das vorzustellen?
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Dr. Ponschab: Aussprechen lassen und die Gegenseite respektieren... (Länge:41 Sek.) |
Zu den zentralen Regeln** der Mediation gehört das Aussprechenlassen...
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Dr. Ponschab: Man legt seine Flanken offen... (Länge: 1 Min. 4 Sek.) |
Warum nur im Einzelgespräch? Empathie kann doch nie schaden...
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Dr. Ponschab: Abwägen, was bekomme ich ohne Mediation... (Länge: 2 Min. 45 Sek.) |
Wer zuerst an der Reihe ist, vergibt also sonst Chancen, wenn die Gegenseite sich verweigert? D.h., auch in der Wirtschaftsmediation** lotet jede Partei ihre Möglichkeiten genau aus, die Risiko- analyse ist sogar ein wichtiger Bestandteil des Verfahrens?
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(Dr. Ponschab: Die Sitzordnung beeinflusst die Kommunikation... (Länge: 53 Sek.) |
Warum legen Sie beim Mediieren besonderen Wert auf die Sitzordnung?
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Dr. Ponschab: Das synchronisiert die Gedanken... (Länge: 32 Sek.) |
Gelegentlich animieren Sie auch zu Spaziergängen...
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Dr. Ponschab: Visionen wirken stärker als rechtliche Regelungen... (Länge: 31 Sek.) |
Und in der synchronisierten Bewegung finden die Streitparteien zu einer für alle akzeptablen Lösung oder gar zu gemeinsamen Visionen für die Zukunft?
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Dr. Ponschab: Sie bieten Lösungen an... (Länge: 13 Sek.) |
Welche Rolle spielen rechtliche Regelungen im Rahmen der Mediation?
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Dr. Ponschab: Sie spüren, dass Urteile selten wirklich befrieden... (Länge: 23 Sek.) |
Eine Schatzkammer voller Lösungen, die doch so oft nicht wirklich passen. Dennoch gehören gerade die Richter zu den größten Befürwortern der Mediation. Wie erklären Sie das?
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Dr. Ponschab: Schiedsrichter denken völlig anders... (Länge: 22 Sek.) |
Wie stehen sich (Wirtschafts-)Mediation und Schiedsgerichte gegenüber?
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Dr. Ponschab: Ein Schiedsgericht ist ein besonderes Gerichtsverfahren... (Länge: 44 Sek.) |
Ein Verfahren vor dem Schiedsgericht hat mit Mediation also nichts zu tun, sondern ähnelt vielmehr dem normalen Gerichtsverfahren?
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Dr. Ponschab: Eucon z.B. schlägt unabhängige Mediatoren vor... (Länge: 57 Sek.) |
Ganz praktische Frage: Wie kommen die Streitparteien zur Mediation? Stichwort "Mediationsklausel"...
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Dr. Ponschab: Klageerhebung stört die Mediation nicht... (Länge: 18 Sek.) |
In Streitfällen - insbesondere arbeitsrechtlicher Art - sind oft strenge Klagefristen zu beachten. Ein Argument gegen die Mediation?
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Dr. Ponschab: MA erhielt ein Home Office... (Länge: 24 Sek.) |
Die Mediation sucht nach kreativen Lösungen, die alle Interessen zufrieden stellen. Aus der Wirtschaftsmediation schildern Sie den Fall eines zwar erfahrenen, aber schwierigen Mitarbeiters, der überall im Betrieb aneckte...
* EUCON: Europäisches Institut für Conflict Management e.V. **Genaueres zur Wirtschaftsmediation ist nachzulesen in Ponschabs Buch (Co-Autor: Adrian Schweizer):
Die Streitzeit ist vorbei
Wie Sie mit Wirtschaftsmediation schnell, effizient und kostengünstig Konflikte lösen! Junfermann Verlag 2004
Ebenfalls zum Thema
Reiner Ponschab und Renate Dendorfer: Konfliktmanagement im Unternehmen in: Handbuch Mediation, Haft/Schlieffen (Hrsg.), 2. Aufl. 2009, § 24, S. 589-620
Sehen/Lesen Sie dazu auch:
Prof. Samy Molcho: Körpersprache - die verkannte Informationsquelle
Prof. Dr. (iur.) Andrea Budde: Integrierte Konfliktmanagementsysteme
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