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Konflikte gehören zu unserem Leben. Entscheidend ist, wie wir sie beizulegen versuchen.
Vor Gericht, wo die Konfliktparteien zwangsläufig zu Gegnern werden, oder in einem Verfahren, in dem die Betroffenen unter fachkundiger Anleitung,
aber immer in eigener Verantwortung eine Lösung finden? Der außergerichtliche Weg, die 'Mediation', gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Ihre Merkmale: schnell, kostengünstig, vertraulich, beziehungs- und imageschonend.
Die Mediation kennt zwei Ansätze, das "Harvard"-Konzept und die "transformative" Vorgehensweise.
Das Harvard-Konzept gilt als strikt
ergebnisorientierte Methode des Verhandelns. Die Beziehungen zwischen den Beteiligten kommen auch hier zur Sprache, jedoch nur insoweit, wie es die
Interessen der Mediationsteilnehmer erfordern. Ergänzend stellt der
transformative Ansatz
den Menschen mit seinen
Bedürfnissen/ Gefühlen tiefergehend in den Mittelpunkt.
Die Mediationsteilnehmer zu mehr Selbsterkenntnis und Selbstausdruck (Empowerment) und zugleich zum Geltenlassen des anderen (Recognition) zu befähigen,
darin sieht die transformative Mediation ihre zentralen Ziele. Dr. Dr. Gattus Hösl, Jurist, Theologe und Mediator, betont diesen transformativen Ansatz.
Für Hösl, der zu den führenden Vertretern der Transformativen Mediation in Deutschland gehört und selbst ausbildet, ist die Mediation ein Instrument zur
Veränderung unseres Umgangs miteinander in allen Bereichen, ob im privaten, im zwischenmenschlichen oder im geschäftlichen Umfeld. Doch nicht nur der mit
einem "Gewusst wie" ausgestattete Mediator ist nach Hösls Vision in der Lage, diese Veränderung anzustoßen.
Mediativ handeln könne jeder von uns.
Dr. Hösl: Mit bestimmter Haltung mitentscheiden... (Länge: 1 Min.13 Sek.) |
Herr Dr. Hösl, was verstehen Sie unter mediativem Handeln? Worin liegt der Unterschied zur Mediation?
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Dr. Hösl: Sicherheit, Anerkennung, Wertschätzung... (Länge: 1 Min. 11 Sek.) |
Sie sprechen von bestimmten Grundbedürfnissen, ohne deren Erfüllung kein Miteinander gelingen kann...
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Dr. Hösl: Unterschied zwischen Harvard-Konzept und transformativem Ansatz... (Länge: 3 Min.) |
Die tiefergehende Erforschung von Bedürfnissen ist nicht für jede Mediation von zentraler Bedeutung...
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Dr. Hösl: Erfragung von Bedürfnissen ist Zuwendung, die öffnet... (Länge: 1 Min. 4 Sek.) |
Sie zweifeln an der Nachhaltigkeit von Lösungen, die ohne tiefe Kenntnis der Bedürfnislage erarbeitet wurden?
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Dr. Hösl: Auch in der Wirtschaft entscheiden Gefühle... (Länge: 1 Min. 46 Sek.) |
Nicht jeder Konflikt geht auf existenzielle Not zurück - wie wäre es mit einem 2-Stufen- Ansatz: Zuerst nach dem Harvard-Konzept mediieren und erst, wenn das nicht ausreicht, Gefühle tiefer ergründen?
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Dr. Hösl: Ziel sind stabile Beziehungen... (Länge: 35 Sek.) |
Das klingt, als seien Gefühle auch im Wirtschaftsleben wichtiger als Kosten...
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Dr. Hösl: Die Fremdsprache ‚Kommunikation’ lehren... (Länge: 2 Min. 14 Sek.) |
Sie wollen die Mediation bereits in der Schule** fest verankern - warum?
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Dr. Hösl: Wertschätzung des Nächsten ist christliches Gebot... (Länge 42 Sek.) |
Sie sprechen viel von 'Wertschätzung'...
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Dr. Hösl: Mit persönlicher Autorität führen...“ (Länge: 2 Min. 47 Sek.) |
Mediatives Verhalten sehen Sie als Schlüssel zu einer neuen Unternehmenskultur. Welche Führungspersönlichkeiten ebnen den Weg in diese neue Kultur? Was zeichnet sie aus?
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Dr. Hösl: Mehr Umgänglichkeit ermöglichen... (Länge: 1 Min. 25 Sek.) |
Was können Mediatoren zu diesem Paradigmenwechsel beitragen?
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Dr. Hösl: Recht als Ordnungsprinzip... (Länge: 1 Min.) |
Wenn es um "mehr Umgänglichkeit" geht, wo bleibt dann das Recht?
* Sehen Sie dazu:
Gattus Hösl: Kommunikation - eine Fremdsprache? Konflikte zum Wandel nutzen! Ein Beispiel Transformativer Mediation DVD, Spiellänge: 91 Minuten, Lehrprogramm gemäß § 14 JuSchuG
* Lesen Sie zum Thema
Gattus Hösl: Mediation - die erfolgreiche Konfliktlösung Grundlagen und praktische Anwendung Kösel Verlag (München), 6. Aufl. 2011
** In vielen Schulen werden bereits Konfliktlotsen ausgebildet.
Darauf aufbauend entwickelte Hösl sein Modell des Konfliktkapitäns: Wer sich als Schüler in der Rolle des Konfliktlotsen bewährt hat, steigt in der Lehre zum Kapitän auf, dessen Autorität ein Unternehmen nutzen kann, wenn Konflikte unter jüngeren Mitarbeitern zu lösen sind. Darüber hinaus soll er wie der Kapitän eines Schiffes allein schon durch seine (mediative) Haltung im täglichen Umgang positiven Einfluss ausüben.
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